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Gerade jetzt Sind höhere Löhne notwendig

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind nach dem Statistischen Bundesamt im Februar so stark gestiegen wie seit einem Jahr nicht mehr

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind nach dem Statistischen Bundesamt im Februar so stark gestiegen wie seit einem Jahr nicht mehr. Rohstoffe werden teurer und die Produktionspreise klettern nach oben. Der wöchentliche Einkauf beim Discounter kostet statt 120 nun ganz schnell 150 Euro. Besonders teuer sind Frachttransporte, deren.Preise sich aufgrund der steigenden Nachfrage mehr als verdoppelten. Für 2021 wird sogar eine Inflationsrate von mindestens drei Prozent prognostiziert. Zeitgleich erklären Arbeitgeber;dass wegen Corona harte Jahre auf uns zukämen, wir rationeller arbeiten und natürlich den Gürtel enger schnallen müssten. Einige nicken nun verständnisvoll mit dem Kopf, weil es einleuchtend scheint, dass nicht nur Arbeitnehmer die steigenden Preise zahlen, sondern auch die Unternehmen.

Fehler im System

Das ist jedoch ein Fehler im System. Der Verbraucher, der Arbeitnehmer kann sich nicht gegen die steigenden Preise absichern. Jene, die am wenigsten in unserer Gesellschaft haben, leiden am stärksten unter einer Inflation. Große Konzerne, wie die DB, die über Umsatzeinbußen reden, erhalten hingegen mit Rettungsschirmen staatliche Hilfen. Insbesondere DB Cargo profitiert von den steigenden Transportkosten.
Und hier kommen die starken Gewerkschaften ins Spiel. Es ist die wichtigste Aufgabe einer Gewerkschaft, rechtzeitig steigende Belastungen für die Beschäftigten zu erkennen und für einen vertretbaren Risikoabgleich zu sorgen. Die Betonung liegt dabei auf stark, denn schwache Gewerkschaften klüngeln lieber mit dem Arbeitgeber und fabulieren mit dem Vorstand der Firma gerne bei einem guten Glas Rotwein über die doch so bedrohlichen Umsatzzahlen. Das Ergebnis ist eine weitere Spreizung zwischen Gewinnern und Verlierern.
Es ist also gesamtwirtschaftlich von Bedeutung, auf gute Entgelt- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer zu achten, die immer noch die treibende Kraft der Wirtschaft sind. Die DB muss aufgrund des jahrzehntelangen Personalabbaus Tausende neue Mitarbeiter einstellen. Hunderttausend qualifizierte Eisenbahner verlassen die Bahn altersbedingt in den kommenden Jahren. Gute Mitarbeiter bekommt man jedoch nur mit guten Entgelt- und Arbeitsbedingungen. Sinkende Reallöhne wären dabei fatal. So gesehen ist eine Gewerkschaft, die tatsächlich im Interesse der Eisenbahner handelt, die auch die Entwicklung des Unternehmens im Blick hat, in der natürlichen Pflicht, Tarifabschlüsse über drei Prozent zu erzielen.
Gerade jetzt Sind höhere Löhne notwendig.

M.R.